Viele Jahre hat es gedauert, bis ich mich aufraffen konnte am Buckel weiterzumachen. Mir machte das Thema Oldtimer keine Freude mehr. Ich war schon drauf und dran alles aufzugeben und alle Fahrzeuge zu verkaufen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan!

Knapp 20 Jahren besitze ich das Fahrzeug und die letzten 15+ Jahre hat er auseinandergebaut in diversen Hallen gestanden. Trotzdem sind alle Teile noch da und genau da ging es nun weiter. Die verteilten Teile zusammentragen und Bestandsaufnahme machen. Und was soll ich sagen: Ich hatte schon alles besorgt, was es braucht den Wagen ferigzustellen. 😉 Lediglich ein neuer Tank steht noch auf meiner Liste.

Hier die Zusammenfassung, was ich diesen Monat geschafft habe (in der Reihenfolge der Bilder), in insgesamt über 100(!) Stunden Arbeit. Und es sieht nach nichts aus. 😉 Zuerst im Motorraum:

  • Anlasser und Lichtmaschine montiert (sowie neuer Keilriemen), alles sauber verkabelt inkl. Lade-Relais oben links an der Spritzwand, damit Stromquelle angeschlossen werden kann.
  • Ein Netzteil statt einer regulären Batterie ist dabei Gold wert, da der Verbrauch in Ampere angezeigt wird und so auch Kriechstrom schnell aufzufinden ist.
  • Die gesamte Vorderachse nachgezogen, abgeschmiert, sowie Sicherungssplite eingesetzt in die Kronenmuttern und mit Nagellack markiert.
  • Kurbelwellengehäuse-Entlüftung montiert; Benzinpumpe überholt; Unterdruckleitung neu verlegt/gebogen, rüber zum Vergaser.
  • Bremsgestänge montiert und neuen Bremszylinder eingebaut; Bremsleitungen vorne gereinigt, neu verlegt/gebogen und angeschlossen; Bremslichtschalter neu verkabelt. Befüllung des Bremssystems und Entlüften der Leitungen kommt später.
  • Zündspule montiert und Zündkabel, sowie den Verteiler angeschlossen.
  • Komplettes Heizungssystem im Motorraum: Lüftungskasten. Wärmetauscher. Lüftermotor.
  • Kupplungsbetätigung montiert und eingestellt, sowie Ausrückmechanismus der Kupplung final eingebaut.
  • Gezielt alle Löcher in der Spritzwand mit Gummidurchführungen versehen. Teilweise neue Verlegung der Kabel und Anbauten, damit es nachher auch ´aufgeräumt´ aussieht. Denn genau DAS war DAMALS meine Motivation alles auseinander zu bauen!

Und im Innenraum:

  • Löcher geschnitten in den ehemals durch einen Sattler montierten Himmel. Kein Spielraum für Fehler. War nicht einfach. So sieht Angst im Alter aus. 🙂
  • Sonnenblenden, Rückspiegel und Deckenleute montiert und Verkabelung neu verlegt.
  • Der größte Schritt: Einbau des Instrumentenbrettes! Samt mühsamer Montage der oberen Abdeckung. Denn: Ausgebaut hatte ich die ohne Frontscheibe. Nun kam man praktisch nicht mehr an die kleinen Schrauben direkt unter der Windschutzscheibe dran. Habe mir einen kleinen Schraubendreher zurechtgebogen und fast 2 Stunden gebraucht zum reindrehen der 6 Schrauben. 🙁
  • Schrittweiser Einbau der Verkabelung im Instrumentenbrett: Zuleitung vom Lade-Relais verlegt; Hauptschalter mit winzigen M4-Muttern für die Stromkontakte; Austausch defekter, oder brüchiger Kabel am vorhandenen Kabelbaum; Schalter für Scheibenwischer; Zigarettenanzünder; Choke-Zug in den Motorraum zum Vergaser; Lichtschalter komplett neu verkabelt; Schalter für Lüftermotor; Alle Kontrolllampen sauber neu verlegt und Kabel teilweise ausgetauscht; Und bei allem: Verkabelung durchmessen, auf Funktion prüfen und ggf. überarbeiten. Alles SEHR LANGWIERIG! Aber entweder jetzt, oder sonst nie wieder.
  • Dann das Lüftungssystem im Innenraum verbaut. Die Rohre neu verlegt. Die Abdeckung des Heizungsventils hat mich fast wahnsinnig gemacht. Nichts passte. Und der Bowdenzug für die Betätigung des Umschalters (Heizung an/aus) war vergammelt. Einen Neuen hat ich vor über 10 Jahren schonmal besorgt. Beim montieren ist dann das Bedienelement im I-Brett auseinandergefallen. Und im eingebauten Zustand das Teil zu ersetzen ist der Horror. Da war ein Metallstift mit 2 Sprengringen drinne. Keine Chance den zu tauschen und das gesamte I-Brett ausbauen für das Teil hätte mich 2 Tage gekostet. Dafür hat die eine Schraube dann auch 3 Stunden gebraucht. Da war ich kurz davor alles wieder hinzuschmeißen. Aber ich habe das Mistding besiegt. 🙂
  • Und ich habe den Fussschalter für die Umschaltung Fernlicht/Abblendlicht zerlegt und überholt. Da war Kriechstrom drinne! Aber den werde ich wohl nochmal tauschen müssen. Das ist mir zu unsicher.

Fazit: In den letzten 4 Wochen ist mehr passiert als in den letzten 15 Jahren. SUPER! Ich freue mich darauf weiter zu machen. Aber die nächsten Schritte werden mühsam. Alles Kleinteile die vor den Einbau noch überholt und teilweise lackiert werden müssen. Da kann man nicht nur am Wochenende was machen. Jeden Tag ein wenig. `Trippelschritte`. Sonst wird es wieder zäh.

Die Arbeitsstunden vergehen wie im Fluge. 3-4 Stunden pro Tag am Abend sind da gar nichts. Und die Erfolge bleiben dem Aussenstehenden quasi verborgen. Das Hobby ist zeitintensiv. Und man(n) braucht eine verständnisvolle Partnerin. Je länger man verheiratet ist, desto weniger Ärger gibt es da. Zumindest bei mir. LOL