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Unterwegs im: 2014 Range Rover Sport

SUV´s und Geländewagen sind ja eigentlich nicht so mein Ding. Ein Geländewagen gehört für mich ins Gelände. Für die Straße gibt es genügend andere Fahrzeugtypen. Ein wenig skeptisch fuhr ich also zur Fahrveranstaltung für den Ranger Rover Sport.

Eins vorweg: Der „Sport“ ist ein vollwertiger Geländewagen. Das Video zeigt dies eindrucksvoll. Dabei kann man im Inneren – über nach unten gerichtete Kameras in den Spiegeln – mittels Monitoren die Fahrspur kontrollieren. Die 85 cm Wassertiefentauglichkeit auszuprobieren wird wohl in der Regel nicht geschehen. Obwohl: Das nächste Hochwasser kommt bestimmt.

Aber eins nach dem anderen. Die Karosse ist Land-Rover typisch und trotzdem schick anzusehen. Lackierte Stoßstangen finde ich unpassend, aber wo bekommt man heute noch unlackierte. Der Innenraum ist funktional „mit Anspruch“. Die Materialien sind überwiegend hochwertig, wenn auch einige Plastikabdeckungen nicht ganz ins Bild passen. Der bequeme Einstieg wird durch das Absenken des Luftfahrwerkes erreicht. Danach geht’s automatisch „hoch“. Natürlich ist so ein Geländewagen etwas kopflastig, aber das Fahrwerk tut sein Bestes, um diesen Eindruck zu kaschieren.

Etwa 400 Kilo Gewicht wurden gegenüber dem Vorgängermodell eingespart. Das sind im Fahrzeugbau „Lichtjahre“ und führen zu besserem Handling, bei erheblich niedrigeren Verbrauch, der mit kombiniert 7,3 l/100km für die kleinste Dieselvariante (3.0l-TDV6-Turbodiesel mit 258PS) angegeben wird. Innerorts 8,3l. Außerorts 6,7l. Bei 194g CO2/km.

Serienmäßig ist man auf mind. 19-Zoll-Winterreifen unterwegs. Das Grip-Potenzial ist dabei aber auch im Sommer anständig. Sogar bei schneller Autobahnfahrt, kommt kein schwammiges Fahrgefühl auf. Erfreulich: Der ständige Reifenwechsel entfällt somit.

Leichtfüßig ist insbesondere die Sechszylinder-Diesel-Variante nicht wirklich (bei ca. 2,2t Leergewicht), ist aber nicht störend. Die Fahrleistungen sind angemessen für diese Fahrzeugklasse: Top-Speed mind. 210km/h, in der Top-Version abgeriegelt bei 250 km/h. Sprint auf 100 in mind. 7,6s. Oder nur 5,3s in der V8-Version.

Wer die Fahrwerkseinstellung gerne selbst verändert, muss dann schon tiefer in die Tasche greifen. Bei der V8-Supercharged-Variante (5-Liter-Hubraum mit Kompressor-Aufladung und 510PS bei 625Nm) hingegen, ist das Fahrwerk in Verbindung mit den Winterreifen und dem brachialen Motor eine echte Freude: Slalom, Ausweichbremsen, Vollbremsung, kontrollierter Drift. Die Leistungen sind denen eines guten Sportwagens würdig. Aber 2,4t sind aber auch in der V8-Variante nicht ganz so leichtfüßig. Egal. Das Gesamtpaket zählt. Und da gibt es viele kleine Häkchen im Bestellformular zu setzen. 😉

Fazit:
Wer also im Winter auf Pass-Straßen unterwegs ist, auch mal in den Wald will, einen Anhänger ziehen muss (bis 3,5t), Platz für den Einkauf braucht, oder Sportgerät dabei hat und Platz für mind. fünf Personen sucht, sollte die Sechszylinder-Dieselvariante wählen (ab ca. 60.000 Euro zu haben). Zum „Posen“ und Spaß haben, sowie vom Nutzwert her, ist die V8-Supercharged-Variante so einigen Sportwagen weit voraus (ab ca. 89.000 Euro).

Wem der Defender zu puristisch, ein Cayenne zu protzig und G-Klasse oder der große Ranger Rover zu teuer ist, dem sei der „Sport“ als Alternative ans Herz gelegt. Ich fand ihn klasse und finde SUV´s jetzt ein klein wenig weniger „schlimm“. 🙂

2018-01-12T20:32:28+02:00 07.05.2014|Kategorien: Angetestet, On the road|Tags: |