//Grundsteinstellung der Zündung an der Bullet 350

Grundsteinstellung der Zündung an der Bullet 350

Seit einem Jahr ist an meiner „Ennie“ nichts passiert. Der einsetzende Frühling hat meinen Tatendrang reaktiviert und nun starte ich einen neuen Versuch die 86er Royal Enfield endlich zum Laufen zu bekommen.

In der Zwischenzeit habe ich eine alte, aber sehr gute englische Reparatur- / Wartungsanleitung als PDF gefunden. Da ich allerdings nicht weiß wie die Veröffentlichungsrechte aussehen, werde ich daraus nur zitieren oder die Texte gleich übersetzen.

Oberen Totpunkt (OT) finden

1.) Maschine auf den Hauptständer. Tank demontieren. Zündkerzenstecker abnehmen. Zündkerze rausdrehen. Getriebe in den 4. Gang schalten.
2.) Einen längeren Stab nehmen (ich hab eine Zugstange für eine Gardine genommen), der senkrecht in den Zylinder gesteckt wird und so lang ist, dass man eine Markierung am Oberrohr einschlagen kann.
3.) Alternativ kann man dort natürlich ein Stück Klebeband anbringen und die Markierung dort aufmalen.
4.) Das Hinterrad solange drehen, bis der Kolben seine oberste Stellung erreicht hat. Dann um diesen Punkt das Rad vor- und zurückdrehen, bis die oberste Position sicher markiert werden kann.

Zündzeitpunkt einstellen

1.) Der Zündzeitpunkt muss etwas vor dem oberen Totpunkt liegen.
2.) Werksangabe: I/32″ entspricht 0,8mm
3.) Dazu muss eine zweite Markierung angebracht werden, die 0,8mm unter – also vor – dem OT liegt.
4.) Zum testen benötigt man einen einfachen Strom-Prüfer mit Testlampe.
5.) Die Theorie: Wenn die Zündung eingeschaltet ist und die Zündkontakt offen sind, liegt eine Spannung an (Testlampe EIN). Wenn die Zündkontakt sich schließen, sinkt die Spannung auf Null (Testlampe AUS).
6.) Zündung einschalten. Stomprüfer zum einen an Masse und zum anderen an das Kabel vom Zündverteiler zur Zündspule anschließen.
7.) Nun das Hinterrad bewegen, um den Punkt herauszufinden, an dem die Testlampe erlischt. Dieser Punkt sollte mit der 0,8mm-vor-OT-Markierung übereinstimmen.
8.) Wenn nicht: Muss die gesamte Platte im Zündverteiler verdreht werden. Dazu die beiden großen Bolzen oben und unten (werden auch zur Befestigung der Abdeckkappe verwendet) lösen. Dann die Platte drehen: LINKS -> Früher. RECHTS -> später.
9.) Dann immer wieder kontrollieren, ob die Testlampe zum richtigen Zeitpunkt erlischt.
10.) Wenn die Position stimmt, die Bolzen wieder festziehen und nachkontrollieren! ACHTUNG: Die Einstellung ändert sich dabei immer minimal. Da muss man ein wenig probieren.

Abstand der Zündkontakte einstellen

1.) Der letzte Arbeitsschritt zur Grundeinstellung der Zündung. 🙂
2.) Mit einer Fühlerlehre (0,4mm) den Abstand der Zündkontakt überprüfen.
3.) Die Lehre sollte „gerade so“ hineinpassen. Also mit „etwas“ Kontakt.
4.) Wenn die Einstellung nicht stimmt: Die kleine Schraube, auf der die Zündkontakte sitzen lösen. dann kann man den linken Kontakt mit einem Schraubenzieher vorsichtig bewegen und gegen die Fühlerlehre drücken. Dann vorsichtig die Lehre herausziehen. Schraube wieder festziehen und kontrollieren.
5.) ACHTUNG: Auch diese Einstellung kontrollieren. Meist braucht man hier ein paar ersuche, bis es klappt.
6.) ZUM ABSCHLUSS: Den Motor 2-3mal durchdrehen (am Hinterrad) und dann alle Einstellungen nochmal kontrollieren!

Das sollte es dann gewesen sein. Im nächsten Beitrag kommt dann die Startprozedur dran.

2017-06-04T14:01:29+01:00 30.03.2010|Kategorien: Schrauber-Werkstatt|Tags: |