//60 Jahre Winterreifen-Entwicklung bei Continental: Spannend.

60 Jahre Winterreifen-Entwicklung bei Continental: Spannend.

Geben Sie es zu: „Winterreifen? Da kommen die billigsten Dinger drauf die zu kriegen sind. Alles nur Geldschneiderei und diese – situative Winterreifenpflicht – in Deutschland ist doch Unsinn.“ Könnte man meinen. Ist aber nicht so. Bevor ich im September 2012 im Rahmen der „Continental-Winter-Roadshow“ die Möglichkeit hatte, mit Entwicklungsleiter Dr. Andreas Topp zu sprechen, war für mich das Thema Winterreifen nicht wirklich spannend. Das hat sich geändert…

Bereits 1936 wurde von der Firma Nokian ein Winterreifen entwickelt. Der Hakkapeliitta. Bei den Winterungsverhältnisse im Norden nachvollziehbar. Bei Continental erblickte der erste Winterreifen 1952 das Licht der Welt und das Anforderungsprofil war noch sehr übersichtlich. Das hat sich im Laufe der letzten 60 Jahre stark geändert:

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Was unterscheidet Sommerreifen und Winterreifen in der grundsätzlichen Anforderung: Grip, Außentemperatur und Verdrängungseigenschaften. Ein Sommerreifen muss von 7 Grad bis 50+ funktionieren und maximale Haftung auf trockener und regennasser Fahrbahn (Verdrängung von Flüssigkeit) liefern. Ein Winterreifen geht genau in die andere Richtung. Es muss bis 7 Grad bis -50 funktionieren und maximale Haftung auf Eis und Schnee liefern, sowie „Feststoffe“ wieder aus dem Profil befördern. Ein Ganzjahresreifen versucht genau diesen Spagat, allerdings hat man dann einen schlechten Sommerreifen und einen schlechten Winterreifen. Daher ist ein Reifenwechsel von Oktober-bis-Ostern zu empfehlen.

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Neben der Gummi-Mischung ist bei einem Winterreifen die Lamellen-Form das entscheidende Kriterium. Gute Haftung auf Eis wird durch viele „Kanten“ gewährleistet. Die Form und die Zwischenräume „entsorgen“ den Schnee. Die obige Grafik zeigt die Entwicklungsschritte in der Übersicht. Und hier die Details:

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Die erste Generation von 1952-1961: M+S 14. Einfache Lamelle. Grobes Profil. Langlebig.

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Die zweite Generation von 1962-1971: M+S 18. 2D-Verbund von Blockstrukturen. Mehr Kanten. Höhere Festigkeit. Trotzdem kälteflexibler.

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Die dritte Generation von 1972-1981: TS = mit Textil-Stahlgürtel. Gefangene Lamelle. Verschiedene Gummimischungen für Profil und Mantel.

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Die vierte Generation von 1982-1991: Offene Sinus-Lamelle. Vollständige Öffnung der Spalte bei gleichzeitiger Stabilisierung. Drei-Komponenten-Gummimischung. Bessere Nasshaftung.

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Die fünfte Generation von 1992-2001: Tief-Lamelle, CLS-Lamelle und Bienenwaben-Lamelle. Richtungsgebundenes Profil. Bessere Aquaplaning Eigenschaften. Einsatz von Silika.

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Die sechste Generation von 2002 bis 2012: Grip-Lamelle und Adaptive Sinuslamelle. 3D-Layout. Basis für unterschiedliche Einsatzzwecke (PKW, SUV, Geländewagen, Sportwagen).

FAZIT:
Auch wenn Winterreifen nicht sehr „sexy“ sind, macht es doch Sinn sich mit der Technologie auseinanderzusetzen. Stichwort: „German engineering“. Was Continental an Know-How aufgebaut hat und in die Entwicklung einfließen ließ, hat zu einer Erhöhung der Fahrsicherheit im Winter geführt. Premium-Winterreifen – wie die von Continental – haben im Grenzbereich größere Sicherheitsreserven als „Quality“ und „Low-Budget“-Produkte. Der Sicherheitsgewinn sollte einem den Mehrpreis Wert sein.

2017-06-04T14:20:51+02:00 27.01.2013|Kategorien: Technologie & News|Tags: , , |